Zum Inhalt springen
Start » Blog » LEHREN UND LERNEN IM KI-ZEITALTER

LEHREN UND LERNEN IM KI-ZEITALTER

    Nachtrag zum Besuch der Leipziger Buchmesse

    Ein zweiter Vortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz“ beschäftigte sich mit dem Schwerpunkt Lehren & Lernen mit KI – ein Thema welches auch am Berufsförderungswerk im Rahmen der Ausbildung immer wieder vielschichtig diskutiert wird. Künstliche Intelligenz ist kein Zukunftsszenario mehr – sie ist im Klassenzimmer angekommen, bevor die erste Stunde überhaupt beginnt. Während wir noch darüber diskutieren, ob ChatGPT ein Hilfsmittel oder eine Bedrohung ist, haben unsere Schülerinnen und Schüler längst Tatsachen geschaffen. Auf der Leipziger Buchmesse haben wir uns im Fachforum Bildung intensiv mit der Frage beschäftigt: Wie navigieren wir durch diesen digitalen Wandel, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren?

    Icon Kreisdiagramm, blau
    DER STATUS QUO: EINE DIGITALE KLUFT?

    Die aktuellen Zahlen zeigen uns eine deutliche Diskrepanz. Befragt wurden Schüler*innen und Lehrkräfte im Rahmen verschiedener Studien (Bitkom Befragung 2025, JIM Studie 2024, deutsches Schulbarometer 2025 und die Pioniere des Wandels von der Vodafone Stiftung 2024) – diese Umfragen zeichnen ein Bild, das uns zum Nachdenken anregen muss:
    62 % der Schüler:innen nutzen bereits aktiv KI-Anwendungen
    23 % der Jugendlichen geben an, ihre Hausaufgaben kaum noch selbst zu erledigen, sondern diese komplett an die KI zu delegieren
    • Im Gegenzug fühlen sich 62 % der Lehrkräfte unsicher im Umgang mit der Technologie. Ein Drittel hat KI-Tools im vergangenen Jahr gar nicht genutzt.
    Diese Zahlen sind kein Grund zur Panik, aber ein klarer Weckruf. Wir stehen vor der Herausforderung, eine Brücke zwischen der Lebensrealität der Lernenden und der pädagogischen Praxis zu schlagen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) „empfiehlt, KI in allen Bereichen schulischen Lehrens und Lernens kritisch-konstruktiv zu nutzen“.

    Ihr wollt gern mehr zu den Studien wissen? Gern!

    Icon Fragezeichen im Kreis, ausgefüllt blau

    Im Rahmen des Vortrages wurden Fragen aufgeworfen, die uns Zuhörende zum Nachdenken anregen sollten.

    1. Relevanz: Verändert KI unsere Arbeitswelt, die Schule und was machen unsere Schüler und Schülerinnen?
    2. Transformation: Können wir KI nutzen, um die Veränderung erfolgreich zu gestalten und zugleich Lehrkräfte entlasten?
    3. Putting People First: Wie stellen wir sicher, dass der Mensch und die pädagogische Interaktion im Mittelpunkt stehen?
    4. Kompetenzen: Was brauchen wir und warum fühlen wir uns so überfordert?

    Wird die KI tatsächlich Arbeitsplätze streichen – schafft die KI vielleicht auch neue Möglichkeiten? Ändern sich die Anforderungen schneller, als Arbeitnehmende & Arbeitgebende sich weiterbilden und „einfuchsen“ können? Kann die KI uns entlasten oder belastet sie uns mehr? Vielleicht sollten wir die KI als Werkzeug begreifen, das uns den Rücken freihält für das, was wirklich zählt: die Interaktion mit Schüler*innen, Kund*innen, Kolleg*innen. Lehrende und Lernende kommen nicht umhin, den Umgang mit der KI zu erlernen und gemeinsam einen Weg für deren Einsatz zu finden, sich einzulassen, Aufgabenstellungen und Prüfungsformate neu zu denken und darüber hinaus weiterhin kritisch zu bleiben im Umgang mit Tools und Ergebnissen. Wie denkt ihr darüber? Lasst uns gern einen Kommentar da – wir sind gespannt.

    Richtig prompten will gelernt sein

    Wichtig bei der Nutzung von KI-Tools wie z.B. ChatGPT ist das Schreiben der Prompts. Ein Prompt ist die Eingabeaufforderung, Frage oder Anweisung, die ein Nutzer an eine Künstliche Intelligenz (wie ChatGPT, Gemini oder Midjourney) richtet, um eine bestimmte Reaktion, einen Text oder ein Bild zu erzeugen. Er dient als Brücke zwischen menschlicher Absicht und KI-Ausgabe, wobei präzisere Prompts zu besseren Ergebnissen führen. Prompten entscheidet demnach über die Qualität der Ergebnisse. Ist es hilfreich, der KI zu sagen, aus welcher Perspektive sie die Frage beantworten soll, oder will ich die KI einen Vergleich vornehmen lassen? Je nach Herangehensweise ist ein anderer Prompt erforderlich. Auch Lernende stellen fest, dass nicht jede Aufgabe aus dem Unterricht einfach in die KI eingegeben zum Ziel führt, bspw. wenn die KI-Anwendung sich auf ein falsches Schlüsselwort stürzt und dann „falsch abbiegt“. So führt bspw. ein geschlossener Prompt wie „Nenne vier typische Gründe, warum Meetings ineffizient sind, und formuliere zu jedem Grund eine konkrete Verbesserung in einem Satz.“ zwar zu klaren Antworten, kann aber zu wenig kreative Antworten liefern. Eine Hilfestellung dazu gab es von dem vortragenden Unternehmen Helliwood (Home | helliwood.de) – auf der im Vortrag bereitgestellten Seite findet ihr die verschiedenen Prompt-Varianten mit je einem Beispiel sowie den Vor- und Nachteilen: TaskCard „Prompt-Engineering“ Allgemein – TaskCards.

    Wir fanden den Vortrag sehr aufschlussreich und hoffen, dass euch die TaskCard in Zukunft die Arbeit mit KI erleichtern wird. Für euch werden wir die Entwicklungen rund um das Lehren und Lernen mit KI weiter im Auge behalten.

    Schreibe einen Kommentar